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Das große Bauernkriegs-Epos, aber ohne Meister Tübke - sieht man
mal von Seite 44 ab. Im Jahr
1524, kurz vorm Aufstand der Bäuerlein, schlauchen sich die Abrafaxe auf einer
Dorfhochzeit durch. Der Großteil der Gäste hüpft lustig umher, die Faxe
halten sich lieber an Speis und Trank. Ein Sebastian Lotzner macht
sich an die Schwester der Braut heran. Plötzlich taucht ein Scherge des
Fürstabt, Ritter von Donnersmark, auf und erklärt die Feierlichkeit für
beendet. Stattdessen sollen sich die Untertanen am Sonntag nützlich
machen, um den Niederwald zu roden, der den Bauern gehört und das Holz
nach Kempten bringen. Der Brautvater Hannes wird kurz aufmüpfig und
ein weiterer Bauer vermault sich. Sogleich endet er in Seile
gewickelt. Dieses grobe Benehmen ruft nun auch die Faxe vom Essen
weg.
Brabax wird wegen Lästerei ebenfalls gefesselt. Aber Abrax, der
geborene Kämpe, bringt den Ritter von Donnersmark mit einer
Ritterregel zu Boden und droht ihm mit Vollrasur. Seinen Forderungen
nach Freigabe der Gefangenen stimmt der Unterlegene sogleich zu. Wäre da
nicht der obrigkeitshörige Brautvater, der Abrax von seinem Opfer
schubst. Nun sind schon zwei Faxe gefangen. Califax kommt vorerst nicht
übers Händeringen hinaus. Die Bauern beginnen, die
seltsamen Stummelbäume (nachwachsend?) nun restlos zu beseitigen. |
Califax macht sich
allein auf
den Weg nach Kempten, wohin auch die Gefangenen anschließend verbracht werden sollen.
In Kempten hat der Herr Fürstabt seinem bekloppten Sohne Pelagius,
den er in der Öffentlichkeit am liebsten verleugnet, ein schönes Geburtstagsgeschenk
übergeben. Es ist ein schneidiger Schimmel, aber mit dem bösem Blick.
Der erste Proberitt endet mit Sturz, welches Pferd will schon verbal
verwurstet werden. Da schreitet Califax des Weges und beruhigt den
durchgegangenen Gaul wieder. Das gefallene Söhnchen kommt schnell zu sich
und will sein Geschenk zurück. Als Califax schnallt, wen er sich
hier vor sich hat, entwickelt sich ein Plan. Er erbietet sich, das
böse Pferd für Pelagius zuzureiten. Allerdings geht das nur in
dessen Kleidern. Und die passen Califax wie angegossen. Bald trifft
Califax den nach Kempten ziehenden Donnersmark samt der Gefangenen. Der
Ersatz-Pelagius fordert die Herausgabe der Aufrührer, um den
Herrn Fürstabt damit nicht zu belasten. Der Ritter hat Bedenken, sich
beim Herrchen unbeliebt zu machen und läßt das durchgehen. Als
Califax den Gaul zurückbringt, trifft er auf den von Schergen verprügelten und
zeternden Abtbuben. Califax empfiehlt ihm, seinem Vater nicht die
Wahrheit zu sagen, sondern daß die Blessuren daher rühren, daß er
heldenhaft eine Schar Bauern verprügelt hätte.
Dann trödeln
die Abrafaxe weiter durch Schwaben. Nach einem halben Jahr kommen
sie in Memmingen an und treffen hier auf Sebastian Lotzer. Heute
sollen die Häuptlinge der drei größten Bauernhaufen in die Stadt
kommen. Auf dem Weg zum Rathaus preist Sebastian das Leben in einer
besseren Welt. Da treffen sie auf die Vertreter des Allgäuer
Haufens. Abrax ist nachtragend und haut den Bauern Hannes in den
Staub. Der nimmt die Prügel reuevoll an und bittet Abrax um
Verzeihung. |
Mittlerweile ist dieser Bauer obrigkeitsmäßig geheilt. Der Fürstabt
hatte ein gutes Herz bewiesen und den Bauern ihr eigenes Feuerholz
für den Winter zum doppelten Preis überlassen und ihnen obendrein noch ein
Sondervermögen überreicht. Das hat bei Hannes geholfen. Sebastian hält im Rathaus eine Rede zur
Lage. Man kommt überein, sich nichts mehr bieten zu lassen. Im
Wirtshaus treffen sich noch Christoph Schappeler, Sebastian und
Brabax, um ihre zwölf Forderungen zu formulieren und anschließend zu
verbreiten.
Der Kanzler des Schwäbischen Bundes, Leonhard
von Eck, ist darüber wenig amüsiert. Er schickt den Truchsess von
Waldburg-Zeil aus, um mit den aufmüpfigen Bauern abzurechnen. Was
auch bald geschieht und die Bauern müssen klein beigeben. Später sucht der
Truchsess in Memmingen nach den beiden Oberaufrührern Schappeler und
Lotzer. Aber bevor sie geschnappt werden können, reitet Pelagius mit
Califaxens Unterstützung die Schergen über den Haufen. In leeren
Fässern gelingt den beiden und den Abrafaxen die Flucht aus
Memmingens Mauern. Auf dem Weg nach St. Gallen greift sich in Wygenspach
Sebastian noch seine Else, die mit dem Segen von Hannes mitkommt.
Ein Jahr danach ist wieder Ruhe im Schiff. Der Kanzler des
Schwäbischen Bundes hat den Fürstabt vorgeladen und beschuldigt ihn
der Förderung des Aufruhrs. Zur Strafe muß der Fürstabt den Niederwald an die Bauern
zurückgeben und die Sonderdienste streichen. Solche erkenntnisfähige
Kanzler gibts schon lang nicht mehr.
Im Jahre 1926 feiern auf
einem Bergbauernhof Sebastian und Else ihre Hochzeit. Ente gut ...
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