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51 Im Zeichen des Wassermanns Februar 1961


Um die Leser nicht noch länger mit weiteren Erfindungen zu foltern, wird erst mal eine schöpferische Pause eingelegt.
Nunmehr kommen die unendlichen Weiten zu ihrem Recht, schließlich fliegt man ja durchs All.
Die Raumfahrer waren während der geschichtlichen Abschweifungen nicht faul und haben das Raumschiff in die Nähe eines rötlichen Planeten bugsiert.
Mit an Bord ist der Starregisseur der Republikanischen Union namens Quintilius Quick. Jener will die Digedags als Schauspieler für seinen Expeditionsfilm gewinnen. Bhur Yham vertritt natürlich die Meinung, daß für einen spannenden Dokumentarfilm keine Darsteller vonnöten wären. Und um das zu untermauern, zwängt er Quicks Nase in das Buch "Die Welt in der wir leben". Hier bieten sich dem Betrachter beeindruckende Bilder aus der Planetenküche, doch Quick läßt sich nicht beirren. Er steht mehr auf sex and crime - Sachen, die man Bhur Yham nun ganz und gar nicht unterstellen kann.
Auf keinen Fall darf Quicks berühmter "Eierkistenwitz" in einem seiner Werke fehlen. Dig hat auch noch einen: "den mit der Seltersflasche". Zeitgemäß mit dem auch in der Zukunft gefragten Schnappverschluß - sonst wäre das auch gar nicht möglich.
Aber Stuß beiseite, unser Raumschiff ist gerade weich auf dem Planeten aufgeschlagen.
Die ersten naßforschen Entdecker kommen schleunigst wieder ins Trockene zurück, denn  draußen schüttet es wie aus Badewannen.
Das ist nicht verwunderlich, denn das Schiffsbarometer ist auf "schlecht" stehen geblieben. Weil's nämlich wieder mal keiner aufgezogen hatte. Der Regenmesser zeigt vier Liter in drei Sekunden, das deutet auf eine leichtere Sintflut hin. Nichtsdestotrotz sind die jungen Forscher kaum zu bremsen, es zieht sie mit Macht in die freie Natur. Man sagt ja, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Auch Quicks Mannen haben ihre Aufgaben zu erfüllen, da hilft kein Zaudern. Aber "outdoor"-mäßig sind die Helden der Kurbel miserabel ausgestattet.
Die Digedags werden auserkoren, eine große Holzkiste mit wichtigen Filmrequisiten durch die felsige Landschaft zu kanten. Ein wahres Himmelfahrtskommando bei diesem brisanten Inhalt. Der Film-Trupp strebt ebenfalls dem Himmel entgegen, denn Quick will einen Punkt über der Wolkendecke erreichen, um dort im Sonnenlicht ein epochales Kunstwerk zu erschaffen. Doch so hoch führen die Wege nicht. Also muß man sich damit begnügen, die Dreharbeiten etwas tiefer zu beginnen.
Bhur Yham inspiziert gerade die Außenreviere. Auch er hat im Film eine Rolle zu spielen, wird aber von einem Profi-Mimen gedoppelt. Der Maskenbildner hat sein Bestes gegeben, aber bei diesem Regen läuft dem Schauspieler Willi Wurzl die ganze Schminke über die Larve. Der Stunt geht fast in die Hose, im letzten Moment wird Wurzl vorm Absturz bewahrt. Das geht auch Quick an die zarten Saiten und er beschließt, einen ungefährlicheren Drehort aufzusuchen. Die Moral der Truppe sinkt rapide, der Maskenbildner hat nur noch Eierpampe auf dem Tablett. Dem unglücklichen Kameramann sind die Gerätschaften abgesoffen und auch die gewöhnlichen Sherpas wollen nicht mehr weiterlaufen.
Die Digedags würden die Kiste am liebsten aufs Pflaster knallen. Quick kann das im letzten Moment verhindern. Doch ein explodierender Geysir vollendet das Werk. Aus den Splittern der Kiste fliegen den Filmfreunden hunderte von Eiern um die Ohren. Eine nette Einladung zum Picknick.
Völlig von der Rolle, rodelt er einen steinigen Abhang hinunter. Glück im Unglück, er endet in einer relativ trockenen Höhle. Die Digedags sollen nun die ihnen zugedachten Rollen einstudieren. Dag muß Dig im Film KO schlagen. Dies belustigt Dig ungemein und man versucht im Vorfeld, die Hackordnung korrekt festzulegen. Da Quick richtig vermutet, daß er die Echtheit so niemals wieder hinbekommt, befiehlt er "Film ab!" Nun kehrt bei den Digedags der Verstand vorfristig wieder zurück und sie brechen ihren Schaukampf ab. Aber die Szene ist nicht im Kasten, denn der olle Leierheini hatte vergessen, einen Film einzulegen. Quintilius Quick ist knapp vor dem Irrsinn, stößt sich jedoch noch rechtzeitig seine Birne an einem Vorsprung ein, was seinen Frust auf die Felszacke lenkt. Hätte er sie mal nicht abgeschlagen, denn nun nimmt das Unheil seinen Lauf. Nach dem Wassereinbruch folgt ein Steinschlag und im Nu wird es finster im Karton. Bis auf einen kleinen Lichtspalt ist der Höhlenausgang verschüttet worden. Die Digedags als alte Pyromanen (siehe auch Heft 7) schlagen eine gerichtete Sprengung vor. Gut, daß die Filmindustrie auf dem Neos noch mit dem guten alten Zelluloid arbeitet. Sogar extrem preisverdächtiges Filmmaterial kommt der Not gehorchend zum Einsatz. Hier ist es allerdings kein Knaller, denn die Ladung verpufft wirkungslos. Trotzdem sind jetzt alle lustig geschwärzt.
Quintilius Quick ist dabei allerdings sein unverwüstlicher Humor abhanden gekommen.
Also trübe Aussichten für die hoffnungsvollen Nachwuchstalente.
 
Beilage:
Steinchen an Steinchen - Ein Blick in das Innere der Erde
Über den heißen Inhalt unseres Lieblingsplaneten.

Rückseite:
Entstehung eines Planeten vom Staubkorn zum Steinklops.

Bildquelle:
Viele Anleihen der Abbildungen stammen aus dem Buch "Die Welt in der wir leben" ("The world we live in" von Lincoln Barnett) - ein absolut empfehlenswertes Werk.

 

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