
Sultan Mahmud hat schon seit geraumer Zeit Probleme mit seinem
Fußvolk. Keiner seiner Untertanen will mehr so richtig mitspielen.
Und in solch einer vertrackten Situation wird er von seinen
Unwürdenträgern auch noch ausgeraubt. Er braucht also unbedingt neue
Schatzkammern, um das Risiko auf mehrere Lagerorte zu verteilen.
Aber seinem Hofbaumeister und dessen Panzerknackervisage ist
schwerlich zu trauen. Bevor er jedoch neue Steuern erfinden kann,
muß er die Leute erstmal ordentlich bespaßen. Kein Brot, aber
Spiele. Seinen Regierungsmitgliedern droht er damit, sie an die
Löwen zu verfüttern wie einstens Kaiser Nero. Das wäre garantiert
lustig. |
Die Betroffenen erinnern den Sultan daran, daß solche Löwen gerade
ziemlich teuer sind. Sicher gibt es billigere Belustigungen, die
auch nicht solch saumäßige Schmerzen verursachen. In seiner Schußligkeit
entert der Sultan mit seinem Troß den Harem. Die Eunuchen versagen
jämmerlich. Aber seine Berater bringt das auf die pfiffige Idee,
Palastführungen zu veranstalten. Nacktes Fleisch ging schon immer.
Die Eunuchen klagen obendrein über Langeweile und werfen dem Sultan
vor, seinen Pflichten nicht nachzukommen. Dafür landen die
Haremslurche
im Teich. Der ausgezeichnete Vorschlag des Zeremonienmeister, die
ganzen städtischen
Brunnen mit Wein zu speisen, wird nicht angenommen. Schließlich ist
das ebenso teuer und es darf sowieso nicht in der Öffentlichkeit gebechert
werden. Der Palastrundgang des Sultans führt auch über den aktuell gut
besuchten
Wirtschaftshof. Hier treffen gerade große Lieferungen morgen- und abendländischer
Delikatessen ein. Auch die Digedags gehen hier ihren Geschäften als
Spediteure nach. Ausgerechnet sie bringen als überzeugte Antialkoholiker Jamaika-Rum in den Abstinenzler-Palast. Der Sultan
befragt sie, wie man kostengünstig das Volk bespaßen könnte, worauf
sie
ihr tanzendes Kamel Habakuk anpreisen. |
Eine Kostprobe der Kunst wird gerne gegeben.
Mit geborgten Pfannen, Töpfen und Deckeln schlagzeugern sie los und Habakuk
läßt sich nicht lumpen, nach diesen Geräuschen seine vier Hufe
rhythmisch herumzuschlenkern. Der Sultan ist davon schwer begeistert und
engagiert das Wundertier samt Kapelle. Die Digedags fordern als Gegenleistung
einen Monat freie Kost für ihren Habakuk. Nachdem einer der Berater meint,
daß die Kamele wochenlang gar nichts fressen, stimmt Mahmud zu. Der Sultan
begibt sich in seinen Audienzsaal, wohin er auch einen fremden
Baumeister in Sachen Schatzkammern bestellt hat. Nachdem der
Herrscher
in seiner erhabenen Weisheit einige nörgelnde Bittsteller abgebürstet hat,
beendet er seine ungeliebte Sprechstunde. Und er wendet sich dem berühmten
Baumeister zu. Die beiden reden recht lange aneinander vorbei,
endlich stellt sich heraus, daß der vermeintliche Bauspezialist nur
ein Ballonfahrer ist. Das wäre eine weitere Attraktion fürs Volk.
Als es auch noch heißt, daß der Spaß von den Zuschauern selber
bezahlt wird, schlägt der Sultan zu. Parallel zum Ballonspektakel
soll Habakuk tanzen. Mehrere Esel-Melder strömen in Istanbul aus und
machen Reklame für die einmalige Vorstellung. |