
Auf dem republikanischen Teil der Neos-Oberfläche pulsiert das
pralle Leben. Ein elegantes
Cabrio mit Autopilot brettert über einen Highway.
Als Besatzung entdecken wir eine ziemlich auffällig gekleidete Familie.
Die lieben Kleinen stecken in bayerischer Landestracht, Mutti und
Vati sind relativ normal angezogen, die Großeltern mit den Fummeln
der irdischen 1920er behangen.
Wie im Vorbild "Hobby" wird uns die vollautomatische Fahrbahn
erklärt.
Vatis Tageszeitung warnt vor abgestürzten großneonischen Spionen auf
dem Hoheitsgebiet der "Republik".
Aber das Wetter nebst Miami-Beach-mäßigem Palmenstrand lädt zum
sorglosen Tümpeln ein, die gut gemeinten Warnungen der Behörden werden
schnöde in den Wind
geschlagen. Also parken die Meeresfreunde ihr Gefährt in den
strandnahen Büschen und ziehen sich um.
Doch im Gesträuch lauern die, vor denen so eindringlich gewarnt
wurde. Eine gute Gelegenheit zum Wäschetausch, die Zahl stimmt, die
Größen auch. Bloß mit den Geschlechtern geht's nicht so recht auf,
da die Frauenquote nicht eingehalten wurde. Die weiblichen Rollen
sind schwer zu besetzen und auch die Digedags wollen nicht in der Tracht der Weißwurstesser
auftreten.
Die Flucht mit dem gestohlenen Auto in Richtung Hauptstadt lässt der unbestechliche
Autopilot vor einem drohend aufgebauten Polizisten jäh enden. |
Aber der hegt keine gefährlichen Absichten, er möchte nur eine nette
Anhalterin einchecken lassen.
"Digilein und Dagilein" fühlen sich
gerade durch Tante Malchens liebevolle Aufmerksamkeiten arg bedrängt, als aus dem
Radio eine polizeiliche Fahndungsmeldung nach den gestrandeten
Raumfahrern ertönt. Da kommt den Halunken Tante Malchens Einladung
zum Damenkränzchen wie gerufen.
Ziel ist "Vorort Waldeslust" (Waldsiedlung Wandlitz? 1960 Einzug
Politbüro). Die "Tanten", alle mit irdischen Bezeichnungen, sind in
der Überzahl.
Ab diesem Heft wird überhaupt alles viel irdischer, besonders die
Namensgebung neuer Akteure.
Es geht zur Sache wie bei einem stinknormalen Kaffeekränzchen. Lieschen, Malchen, Trinchen, Binchen, Thekla, Betty und Finchen nutzen die
Gunst der selbst initiierten Damenwahl schamlos aus und jede schnappt sich einen Dreamboy ihres
Geschmacks. Das haben die Spione wahrlich nicht verdient, aber
Strafe muss nun mal sein. Rettung für die Gebeutelten bringt
Finchens Stolz auf den neuen Farbfernseher. Nachrichtensprecher
Feldmann liest gerade die Fahndungsmeldung, das muss der Fernseher
mit dem Leben bezahlen.
Und wieder sind sie alle auf der Flucht, diesmal mit der S-Bahn. Peer Tyla will zum "Zentralkreuz" (Zukunftsvariante vom Bahnhof
"Ostkreuz") fahren und da wird dann umgestiegen.
Da die Sechs im schlimmsten Bahnhofs-Gewusel gegen den Strom schwimmen,
fallen sie einem Zeitungsreporter auf. Diesen treibt der Hunger
vorerst in ein Automaten-Restaurant zum lecker Fließband-Essen.
Ein
weiterer Schreiberling überredet Rasmus Rotter, den rasenden
Reporter, zu einem Botengang in die Redaktion.
Auf dem Weg dorthin lässt es sich Rotter nicht nehmen, die örtliche
Flaniermeile samt Lichtreklamen mit der Kamera festzuhalten.
Im Zentrum der Journaille erblickt er in der Zeitung eine
Suchmeldung mit den Konterfeis der Digedags, irgendwo hat er die
schon mal gesichtet, nur wo? |
Da fällt es
ihm wie Schuppen aus den Haaren, er hat sie kürzlich sogar selbst
abgelichtet.
Flugs eilt er zurück zum Ort der Aufnahme. Und siehe, die Digedags sind noch
da.
Das Bild wird aus einem Fenster des gegenüberliegenden Interhotels an eine
Hauswand projiziert.
In der Nobelabsteige bemerkt er, wie zwei verdächtige Typen das
entsprechende Zimmer
verlassen. Wir wissen, es sind Peer Tyla und eine frühe Version
von Mac Gips, einem Bildhauer, welcher, nomen est omen, in
Kalziumsulfatdihydrat arbeitet.
Im Atelier bietet sich Rotter ein seltsamer Anblick. Die Digedags und Sinus
Tangentus sind stilvoll an die hochgradig intellektuellen Kunstwerke
getackert, die beiden großneonischen OibE verfolgen gespannt einen
Faustkampf im Premiere-Sportkanal.
Rasmus Rotter benutzt die Kunst als Waffe und entschärft die beiden
Liebhaber des quadratischen Ringes. Bei der frevlerischen Befreiung
der Gefesselten wird konspiratives Agenten-Equipment freigelegt.
Der Bildwerfer erinnert an das gute alte "Episkop", made in
Republikanische Union.
Der Übergröße nach ein vermutlich
dampfbetriebenes Bildtelefon hilft, die Staatsmacht zu verständigen, die die
beiden Verbrecher alsbald mit der "Grünen Minna" abholt.
Beilage:
Beilage: Klaus und Hein erzählen aus dem Pionierleben -
Der Bummelfritze , Armer Knabe
Fritz muss zuhause Frondienste leisten und vernachlässigt seine
Bildung. |
Rückseite:
Modell einer Einschienenbahn aus "Hobby" |
Merkwürdigkeiten:
Die Autonummer N-RU-813 (will heißen: Neos-Republikanische
Union-Nr.813) fragt: Wieviele Autos mag es auf dem Planeten wohl geben?
Ein besonderes Bonbon ist die Darstellung vom
"Querschnitt durch den Verkehrsknotenpunkt
der Hauptstadt". Ähnlich schöne Abbildungen gab
es auch in "Unsere Welt von morgen". |
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